Willkommen im Erwachsenenalter (in Zeiten von Corona)!

Der Ludwig-Feuerbach-Saal im Humanistischen Zentrum glich zwei Tage lang einem TV-Studio

28 Jugendliche bekamen am Samstag bei der ersten Online-Jugendfeier neben Glückwünschen auch viel Anerkennung und Verständnis.

 

Ein ungewöhnliches Jahr, ein besonderer Jahrgang, ein bisher einzigartiges Abschlussfest: Es waren zweifellos alles andere als normale Monate für die Jugendlichen, die im Januar in das Jugendfeierprogramm der Humanistischen Vereinigung starten. Denn schon bald nach dem Infoabend und dem Kennenlernen machte im Frühjahr die erste Welle der Pandemie der ursprünglichen Planung einen Strich durch die Rechnung. Die langjährige Leiterin der Jugendarbeit, Anita Häfner beschreibt ihn ihren abschließenden Worten an die Jugendlichen und Familien die für alle ungewöhnliche Situation: „Aus dem gewohnten Ablauf wurden wir komplett herauskatapultiert. Wie viel Enttäuschung, Wut, Verärgerung haben wir alle, ihr, eure Angehörigen und wir durchlebt. (…) Im Juli konnten wir dann wieder vorsichtig starten mit Outdoor-Treffen, der Müllsammelaktion mit Geflüchteten, Frisbee und Taekwondo in kleinen Gruppen.“

Bis weit in den Oktober hinein hatte es dann gut ausgesehen für die um ein paar Monate verschobene Feier in der Fürther Stadthalle, wenn auch mit beschränkten Gästezahlen. Dennoch musste sie aufgrund des erneuten Verbots von Veranstaltungen letztlich als virtuelle Veranstaltung stattfinden. Dass davon nicht alle angetan waren, versteht sich von selbst, dennoch wollte man die Feierlinge keinesfalls auf einen Termin im kommenden Jahr vertrösten, der dann womöglich erneut nicht realisiert hätte werden können.

 

Also haben alle Beteiligten zügig umgeplant und die Voraussetzungen für die erste digitale Jugendfeier geschaffen: Im Humanistischen Zentrum in Nürnberg verwandelte sich der Ludwig-Feuerbach-Saal in ein Quasi-TV-Studio und das benachbarte Kutscherhaus in eine „Technik-Zentrale“. Eine Generalprobe für alle am Abend zuvor beseitigte die letzten Probleme. Dennoch waren Freude und Erleichterung riesig, dass bei der Feier am Samstag dann wirklich alles glatt lief und ein den Umständen entsprechend würdiger Rahmen für den Schritt ins Erwachsenenleben gefunden wurde.

 

 

Moderiert von Pia Morgner und Anja Jünger konnten die 28 Jugendlichen dann nacheinander über die Erlebnisse in diesem Jahr oder ihre Interessen und Überzeugungen berichten: So erfuhren die Zuschauer*innen von den Highlights der Willkommensparty, dem Besuch im buddhistischen Zentrum, von Projekten wie Low-Waste, Yoga, Taekwondo oder generell von Sport in Corona-Zeiten. Aber auch von Bildung und Vorbildern war die Rede, von Humanismus und persönlichen Empfindungen und Motivationen.

 

 

In seiner Glückwunschadresse an die Jugendlichen zollte Sebastian Rothlauf, der Präsident der Humanistischen Vereinigung, den Jugendlichen große Anerkennung für ihre enormen Leistungen der Jugendlichen unter diesen Bedingungen. Es sei, ganz wie das Erwachsenwerden, eben nicht immer der bequeme und einfache Weg, der ans Ziel führt. Deshalb begrüßte er diesen Jahrgang umso herzlicher im Kreis der Erwachsenen und riet ihm zu Zuversicht und Vorsicht auf seinem zukünftigen Weg.

 

 

Lobende Worte fand anschließend auch Margret Bernreuther in ihrem persönlichen Rückblick. Sie hatte zum ersten Mal Jugendliche auf deren Weg zur Jugendfeier begleitet, ebenso Madeleine Stauber, die anschließend das Vorlesen der persönlichen Wahlsprüche der Jugendlichen übernahm.
Und auch quantitativ war die Online-Veranstaltung ein echter Erfolg: Sie wurde von 141 Teilnehmer*innen gleichzeitig im Videostream verfolgt, wobei sich Anzahl der tatsächlichen Zuschauer*innen nur schätzen lässt, denn an den meisten Geräten dürfte mehr als eine Person zugesehen haben.

Fazit: Diese bemerkenswerte Online-Premiere war ein versöhnlicher Abschluss eines ungewöhnlichen Jahres. Trotzdem hoffen alle auf ein echtes, persönliches Nachtreffen im Jahr 2021, dann vielleicht sogar mit einem hübschen Gruppenbild.