Zwischen Spielen und ernsten Diskussionen

Zum dritten Mal fand im Rahmen des Jugendfeierprogramms 2021 eine virtuelle Veranstaltung statt. Bei verschiedenen Spielen hatten die Jugendlichen viel Spaß, doch auch sehr ernste Themen wurden von ihnen diskutiert.

Eine Gruppe von 14 Jugendlichen hatte vorab sich dafür ausgesprochen, das Thema Obdachlosigkeit in Nürnberg zu behandeln. Zwei Videos gaben einen Einblick vom Leben in der Obdachlosigkeit und boten einige Erklärungen dafür, warum Menschen obdachlos werden.

Auch nannten sie Einrichtungen, die sich vor Ort für wohnungs- und obdachlose Menschen einsetzen, darunter etwa  der Straßenkreuzer e.V., die Heilsarmee, das SleepIn für Jugendliche bis 21 Jahre und die Tafel, bei der arme Menschen gespendetes Essen abholen können. Es wurde viel diskutiert und versucht sich in die Lebenslage der Obdachlosen hinein zu versetzen.

Zum Abschluss wünschten sich einige Jugendliche das Ratespiel Codenames, andere tauchten unter Anleitung mit scribble.io in die Welt der Online-Spiele ab.

Darum Jugendfeier!

Im Anschluss besprachen die Jugendlichen, wieso sie sich für eine Teilnahme an der Jugendfeier entschieden haben. Bei vielen ist dies fast schon Tradition, da bereits Eltern oder Geschwister Jugendfeier hatten. Viele suchen einen nichtreligiösen Weg, um den Übergang ins Erwachsenwerden zu gestalten und freuen sich auf die Feierlichkeiten und Geschenke.

Daneben sind Freundschaften und neue Kontakte für viele ein wichtiger Grund, sich der Jugendfeiergruppe anzuschließen und innerhalb eines halben Jahres Erfahrungen in einer neuen Gruppe zu sammeln.

Dass keine persönlichen Treffen möglich sind, ist zwar schade, doch erweist sich das virtuelle Angebot bislang als gute Alternative und macht den Jugendlichen Spaß. Erstmals wurde das Spiel Montagsmaler ausprobiert. Anstelle auf einem Blatt Papier zeichnen die Jugendlichen auf ein Whiteboard Gegenstände oder Figuren, während die anderen versuchen, das Dargestellte zu erraten.

Wer sich bis dahin noch nicht hatte kennenlernen können, zog sich nun in einen eigenen Meetingraum zurück. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde besprachen die Jugendlichen die vor zwei Wochen produzierte Radiosendung zum Thema Behinderung und Barrierefreiheit: Gibt es Kontakt mit Behinderten im persönlichen Umfeld? Welche verschiedenen Behinderungen gibt es? Ist Krankheit auch eine Behinderung?

Einige Jugendliche berichteten über persönliche Erfahrungen gehandicapten Menschen in der Schule und im Sport. Die Jugendlichen waren besonders vom Interview mit dem Musiker Felix Brückner beeindruckt, wie offen und ehrlich er über den Verlust seiner Bewegungsfreiheit gesprochen und auch persönliche Fragen beantwortet hat.

Lange wurde über die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), deren Behandlung und deren Symptome besprochen . Mit dieser Störung haben viele Jugendlichen Kontakt, daher war das Interesse sehr groß.

Zum Glück blieb dennoch gerade genug Zeit Werwolf zu spielen. Schon nach fünf Runden mussten sich die Dorfbewohner*innen geschlagen geben, die Werwölfe feierten ihren Sieg. Zum Weiterspielen reichte die Zeit leider nicht. Am 12. Februar geht das Jugendfeierprogramm weiter, dann mit einer Veranstaltung rund um „Low Waste“.